Plötzlich Chefin eines Au Pairs - wie Sie gut in Ihre neue Rolle finden

Es ist so: Als Aupair-Mama sind Sie die Chefin und übernehmen damit Führungsaufgaben. Ob Sie wollen oder nicht. Also – wollen Sie lieber! Und wie in jedem klassischen Arbeitsverhältnis auch kann das Thema Führung in der Aupair-Familie zu Schwierigkeiten führen: Sie haben die Rolle der Chefin, Ihr Aupair die Rolle der Mitarbeiterin. Es entsteht eine gewisse Hierarchie. (Mehr zum Thema „Hierarchie“ lesen Sie übrigens hier.)

(Wie immer dieser Hinweis: Natürlich handelt es sich bei Ihrem Aupair nicht um eine Angestellte. Der Aupair-Vertrag bedingt ein „Betreuungsverhältnis besonderer Art“, keinen Arbeitsvertrag im herkömmlichen Sinne.)

Zurück zum Thema „Führen als Aupair-Mama“: Plötzlich haben Sie die Rolle der Chefin – mit allen Vor- und Nachteilen. Mit diesem Post will ich Sie dabei unterstützen, sich an Ihre neue Rolle als familieninterne Führungskraft heranzutasten. (Wobei so neu ist die Rolle gar nicht, Ihren Mann führen Sie doch auch, oder? Au Backe, wieder 40% der Leser verloren...)

Die Rolle als Au Pair-Mama: Starten Sie im Kopf

Fakt ist: Vor dem Können kommt das Wollen. Sie müssen führen wollen! Sonst wird es nicht klappen. Wenn Sie nicht delegieren wollen, wenn Sie nicht steuern wollen, wenn Sie nicht kontrollieren wollen – vergessen Sie es!

Aber zur Beruhigung: Niemand ist als perfekte Aupair-Mama geboren worden. (Nein, auch und gerade ich nicht.) Und bitte verabschieden Sie sich auch direkt vom Begriff der perfekten Aupair-Mama. Oder wollen Sie zum Vorbereitungskurs für (werdende) Aupair-Mamas auch gleich mein Vereinbarkeits-Coaching buchen? Na also!

Zurück zum Thema: Solange Sie wollen, werden Sie es auch können. Führen und eine gute Arbeitgeberin werden und sein. Davon bin ich überzeugt. Und wenn Sie nicht wollen würden, läsen Sie gar nicht solche Posts. Damit Sie nun auch besser können können, sollten Sie zunächst einmal denken. Nachdenken. Und zwar über Rollenwechsel.

Rollen – ein Exkurs

Wenn Ihnen der Begriff der Rolle bisher nicht vertraut ist, klingt er vielleicht komisch oder abstrakt für Sie. Was ich damit meine, ist die soziale Rolle. Siehe auch hier. Was ich nicht damit meine: schauspielern und anderen etwas vormachen.

Als LeserIn dieses Blogs dürften Sie mal mindestens die Rollen als Mutter oder Vater, als Aupair, Aupair-Mama oder Mitarbeiterin einer Aupair-Agentur innehaben. Vermutlich sind Sie jedoch auch FreundIn, NachbarIn, KollegIn und Tochter/Sohn. Und mit jeder dieser Rollen verbinden Sie andere Erwartungen, Rechte und Pflichten. Das tun wir alle. Manche Rolle haben wir unser Leben lang, manche nur kurz. Auf manche können wir uns vorbereiten, manche werden uns plötzlich übergestülpt.

Au Pair-Mama sein – wer und wie bin ich eigentlich?

Fakt ist: Jeder Rollenwechsel kann Probleme bereiten. Ob Sie Mutter oder Elternbeirätin werden, ob Sie von der Kollegin zur Führungskraft aufsteigen oder zur Pflegerin Ihrer Eltern werden. Grundlegend bei jedem Rollenwechsel ist, dass Sie sich des Rollenwechsels und seiner Konsequenzen bewusst sind. Das bedeutet, sich im stillen Kämmerlein oder im Gespräch mit anderen mal Zeit zu nehmen zum Nachdenken:

  • Was verbinde ich mit der Rolle als Aupair-Mama?
  • Was macht eine gute Aupair-Mama aus?
  • Welche Schwierigkeiten könnten sich für mich ergeben? Und wie kann ich vorbeugen?
  • Was mag ich an der neuen Rolle, was weniger? Und wie gehe ich damit um?
  • Wer könnte mich beim Rollenwechsel gut unterstützen?

Wenn Sie diese Fragen für sich beantworten, ist schon viel gewonnen!

Das Au Pair und Sie als Gastmama

Übrigens... Auch Ihr Aupair muss sich erst mit seiner neuen Rolle identifizieren. Sich an seine Aufgaben, Pflichten und Rechte gewöhnen. Sich an Ihre Erwartungen herantasten. Sich mit seinem Selbtsbild auseinandersetzen. Es ist nämlich auch nicht als Aupair auf die Welt gekommen!

Und weil ein Perspektivwechsel immer hilfreich ist: Machen Sie doch jetzt gleich mal den Switch. Stellen Sie sich vor, Sie wären noch mal 20. Erinnern Sie sich an sich selbst? Sehen Sie sich vor sich? Wie Sie aussahen? Was Sie gedacht haben? Welche Bücher Sie lasen? Welche Mucke lief? Wie Ihr Deo roch? Wie sich Ihre ersten High Heels anfühlten? Ok, stellen Sie sich vor, Sie wären damals Aupair geworden und denken Sie jetzt als diese Person aus der Vergangenheit:

  • Was wäre mir als Aupair am wichtigsten gewesen?
  • Wie wäre meine ideale Gastfamilie gewesen?
  • Welche Hilfe und Unterstützung hätte mir gut getan?
  • Was hätte zum sofortigen Abbruch meines Aufenthaltes führen können?
  • Was würde ich heute noch von meiner Aupair-Zeit erzählen?

Und? Haben Sie’s getan? Spannende Aufgabe, gell? Wenn Sie diese Dinge nun zusammenpacken mit dem, was Sie sich schon zum Aspekt „neue Rolle als Aupair-Mama“ überlegt haben, sind Sie schon richtig weit! Prima!

Übrigens... Die Erfahrung zeigt, dass viele Leser so einen Blogartikel schnell mal „runterlesen“. Sich wirklich intensiv mit den beschriebenen Themen beschäftigen und das allein – das macht nur ein winziger Kreis. Weil es Zeit kostet. Und die Überwindung, dran zu bleiben. Und weil die Struktur fehlt. Sie wollen die Struktur und den Anschubser von mir bekommen? Dann buchen Sie den Vorbereitungskurs für Aupairs-Mamas. Ich mache Sie zur guten Gast- und Arbeitgeberin Ihres Aupairs!