Anti-Stress-Verordnung - wieso Sie Ihre eigene brauchen

Stress – wer hat ihn nicht? Wer klagt nicht über Dauerbelastung, Unter- oder Überbelastung oder Unter- oder Überforderung? Gerade berufstätige Mütter mit der Dreifachbelastung aus Beruf, Familie und Haushalt wissen ein Lied davon zu singen. Und nur all zu oft ist es ein Klagelied...

Wie schön wäre doch da, wenn Vater Staat dem Stress den Laufpass geben und uns "ent-stressen" könnte! Wie schön wäre da, der ungeliebte Stress ließe sich einfach per Verordnung verbieten. Zum Beispiel mit einer Anti-Stress-Verordnung.

Knappe Mehrheit ist dafür

Eine aktuelle FORSA-Umfrage im Auftrag der DAK zeigt: 52% der Deutschen sind für eine gesetzliche Regelung. Sie wollen also eine gesetzliche und rechtlich verbindliche Regelung zum Thema Stress. Die sogenannte Anti-Stress-Verordnung. 40 % der Deutschen lehnen diese ab. (Hier geht's zur Studie)

Das Hauptmotiv der Befürworter der Anti-Stress-Verordnung ist: Aus Angst vor dem Verlust ihres Jobs können sie sich gegen Stress und Belastungen wie „Arbeitsverdichtung“ nicht wehren. Der Stress wird also – wie so oft – im Job lokalisiert. Und da ist sicherlich auch vieles dran: In vielen Berufen muss immer mehr in immer kürzerer Zeit erledigt werden. Zwischenmenschliches bleibt all zu oft auf der Strecke, und das (gefühlte oder tatsächliche) „Muss der ständigen Erreichbarkeit“ tut sein Übriges.

Frauen sind privat gestresst, nicht im Beruf

Betrachtet man andere Studien, befürchte ich, dass eine gesetzliche Stressverordnung vielleicht weniger hilft, als viele meinen. Besonders Ihnen, meine Damen! Schauen Sie zum Beispiel mal in die Stress-Studie der TK aus dem letzten Jahr.

Da zeigt sich ganz klar: Stressfaktor Nummer 1 mit 48% ist für Frauen nicht der Job. Sondern: Der hohe Anspruch an sich selbst!

Datenquelle: TK-Studie zur Stress-Lage der Nation, https://www.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/590188/Datei/115474/TK_Studienband_zur_Stressumfrage.pdf

Datenquelle: TK-Studie zur Stress-Lage der Nation, https://www.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/590188/Datei/115474/TK_Studienband_zur_Stressumfrage.pdf

Der hohe Anspruch an sich selbst, die eigene Leistung, das eigene Ich: Frauen setzen sich bevorzugt selbst unter Druck. Männern tun dies zu einem deutlich geringeren Anteil.

Und für jede berufstätige Mama auch keine wirkliche Überraschung: Frauen haben im Vergleich zu Männern eine deutlich höhere Stressbelastung in den Bereichen „Kinderbetreuung und -erziehung“ und „Haushalt“.

Und: Ich finde, es passt sehr gut dazu, dass Frauen sich im Job weniger gestresst fühlen als Männer. Und zwar trotz allen Ärgernissen wie spontan verschobenen Meetings, die Ihre Kinderbetreuung torpedieren. Trotz der ignoranten Kollegin, die zwar blöde Halbtags-Sprüche macht, wenn Sie um 15 Uhr gehen, aber nicht weiß, dass Sie ab 20 Uhr im Homeoffice arbeiten. Trotz eines Chefs, der Ihnen stolz sagt, er habe nie einen Kindkranktag gehabt und das als Vater von 3 Kindern.

Wie mir eine berufstätige Mama neulich mal sagte: „Im Büro kann ich wenigstens ein paar Stunden am Tag ungestört, hochkonzentriert und an einem Stück arbeiten.“

Was bedeutet das nun für Sie, liebe Leserin?

Stressverordnung - machen Sie Ihre eigene!

Nun, ich fürchte, eine gesetzliche Stressverordnung (so gut sie auch sein mag und so notwendig sie ist!) wird Ihnen, liebe Damen, nicht so wahnsinnig viel bringen, wie Sie vielleicht hoffen! Was Sie viel eher brauchen, ist Ihre persönliche Anti-Stress-Verordnung!

Denn nur Sie haben Einfluss auf Ihren Stressfaktor Nummer 1! Nur Sie können diejenige sein, die Ihre Ansprüche kritisch beleuchtet und hinterfragt:

  • Müssen Sie in allem perfekt sein? Die perfekte Mutter und Partnerin? Perfekt im Beruf, als Elternbeirätin und im Ehrenamt? Die perfekte Tochter und Nachbarin? Mit perfektem Haushalt, perfektem Garten und perfekter Figur? Stets locker, gelassen und strahlend?

  • Dürfen Sie auch privat delegieren lernen?

  • Müssen Sie auch privat stets erreichbar sein?

  • Dürfen auch Sie „Nein“ sagen?

Wenn Sie bei diesen Fragen ins Grübeln kommen, sind Sie schon auf einem guten Weg! Und wenn Sie diesen Weg weitergehen wollen, fangen Sie noch heute an: Erstellen Sie Ihre ganz persönliche Anti-Stress-Verordnung:

  • Schauen Sie genau hin, wer oder was Sie stresst und wie Sie die Stresstreiber verbannen können.

  • Lauschen Sie sich selbst, wenn Ihre Glaubenssätze sich Gehör verschaffen und Ihnen sagen, Sie müssten in allem perfekt sein.

  • Spüren Sie nach, wann es Ihnen gut geht und wann Sie sich genervt und gehetzt fühlen.

Ich wünsche Ihnen dazu viel Mut und Geduld! Und wenn Sie dabei meine Unterstützung mögen – rufen Sie einfach an oder schreiben Sie mir. Als zertifizierte Stress- und Bunroutberaterin begleite ich Sie gern dabei, Ihre persönliche Anti-Stress-Verordnung zu kreieren!